Wie aus einer teuren Weinflasche ein PR-Coup wurde

Ein Restaurant in Großbritannien hat sich mit einer Aktion in den Sozialen Medien den Applaus einiger PR-Experten verdient – und womöglich einen sündhaft teuren Ausrutscher einer seiner Mitarbeiter um ein Vielfaches wettgemacht.

Der Restaurant-Manager einer Filiale der britische Steakhaus-Kette Hawksmoor in Manchester hatte einem Gast versehentlich einen 4500 Pfund (5125 Euro) teuren Wein serviert. Seine Vorgesetzten reagierten besonnen und verbreiteten den Zwischenfall anschließend mit diesen Worten über Twitter: „An den Kunden, der vergangene Nacht aus Versehen eine Flasche des Chateau le Pin Pomerol 2001, der auf unserer Karte 4500 Pfund kostet, erhalten hat – wir hoffen, Sie haben Ihren Abend genossen.“ „An den Mitarbeiter, der sie versehentlich ausgegeben hat, Kopf hoch! Ausrutscher passieren und wir lieben dich trotzdem“, schrieb das Restaurant in dem Tweet.

Die Nachricht verbreitete sich schnell im Netz und wurde von mehreren Medien aufgegriffen. Nicht zuletzt der britische Reporter Piers Morgan, der auf Twitter mehr als sechs Millionen Follower hat, trug dazu bei, dass der glückliche Kunde und der verschonte Mitarbeiter bald auf der ganzen Welt bekannt waren. Morgan schrieb, er wolle einen Tisch in dem Restaurant reservieren und von demselben Mitarbeiter bedient werden.

In den Augen einiger Beobachter könnte die humorvolle Reaktion des Restaurants und der prominente Retweet den finanziellen Verlust der Weinflasche in einen Marketing-Coup verwandelt haben. So sagte Jennifer Glass, Geschäftsführerin der Beratungsfirma Business Growth Strategies der Nachrichtenseite CNBC, das Restaurant habe womöglich „Millionen“ an Werbewert mit nur 4500 Pfund erzielt. „Was hier passiert ist, ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie ein Unternehmen mehr Sichtbarkeit erreichen kann.“ Glass verwies auf die amerikanische Kaffee-Kette Starbucks, der jüngst ein in einer Folge der Fantasy-Serie „Gama of Thrones“ versehentlich gezeigter Kaffeebecher mit dem unverkennbaren grünen Logo bis zu zwei Milliarden Dollar kostenlose Werbung eingebracht haben könnte.

Sogar ein Konkurrent lobte den Umgang des Restaurants mit der Panne: „Gut gemacht, Hawksmoor – cleveres Marketing. Überall gibt es Gelegenheiten, etwas Negatives in etwas Positives zu verwandeln“, schrieb der Hotel-Manager. Andere fragten sich hingegen, ob sich die Situation wirklich so abgespielt hat – oder ob das Ganze einfach nur eine ausgeklügelte PR-Aktion war. „Gratulation an das Marketing-Team dafür, wie sie mit der Situation umgegangen sind. Ich frage mich, ob es eine wahre Geschichte ist oder sie nur von einem cleveren PR-Team fabriziert wurde“, twitterte etwa der Soziale-Medien-Berater Rob Knowles.

Ob nun tatsächlich ein Gast in den Genuss des edlen Tropfens gelangt ist oder einfach nur ein PR-Mitarbeiter mit einer guten Idee aufgewacht ist, sei dahin gestellt. Sicher ist: Der Mitarbeiter, der den vermeintlichen Fauxpas begangen hat, muss nicht um seinen Job bangen. In einem Interview mit der Washington Post sagte Miteigentümer Will Beckett, dass er sich vorstellen könne, selbst einen so „teuren Fehler“ zu begehen.

Источник: Corruptioner.life

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