So will Amerika China kontrollieren

Es ist eine der wichtigsten Fragen bei den Verhandlungen im Handelsstreit zwischen Amerika und China: Wie will Washington es anstellen, dass Peking seine Versprechen auch einhält? Zugesagt ist, dass sich die zweitgrößte und mit am stärksten von Protektionismus geprägte Wirtschaft stärker gegenüber dem Ausland öffnet.

Hendrik Ankenbrand

Dass es zu einem vorläufigen Friedensschluss zwischen beiden Nationen in Handelsfragen kommt, ist sehr wahrscheinlich geworden seitdem der amerikanische Präsident Donald Trump am vergangenen Wochenende die Frist für neue Strafzölle auf chinesische Importwaren auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben hat. Die Gespräche mit den Chinesen liefen wunderbar, lässt Trump in seinen Einträgen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wissen. Ein Treffen mit Amtskollege Xi Jinping auf Trumps Florida-Anwesen Mar-a-lago stellt der Präsident auch schon in Aussicht. Bei dem sollen dann beide Staatsführer offiziell das Ende der dann ein Jahr lang dauernden Streitigkeiten besiegeln.

Peking habe nicht nur zugesagt, mehr Sojabohnen aus Amerika zu kaufen, verlautet es aus Washington. Angeblich wollen die Chinesen auch den bisher staatlich orchestrierten Diebstahl amerikanischer Technologie unterbinden, die eigene Staatsindustrie weniger subventionieren und sich überhaupt stärker marktwirtschaftlichen Prinzipien zuwenden, um ein faires Investitionsumfeld für Ausländer im Land zu schaffen.

Chinas viele Versprechungen

Versprochen hat China allerdings auch schon in der Vergangenheit viel. Zum Beispiel beim Beitritt zur Welthandelsorganisation im Jahr 2001, als Peking gelobte, seinen Finanzmarkt zu öffnen. Passiert ist dort allerdings fast zwei Jahrzehnte lang nichts. Erst durch den Druck Trumps können ausländische Institute nun Mehrheitsbeteiligungen an ihren Finanzvehikeln in der Volksrepublik halten.

Share

You may also like...