Pendler in Zimbabwe haben wieder einen Zug

Wenn sich der Freedom Train um sechs Uhr früh auf den Weg macht, ist er schon mit tausend Menschen gefüllt. Sie wollen nach Bulawayo, nach Harare die zweitgrößte Stadt Zimbabwes. Arbeiter, Angestellte, Händler, Lehrer, Schüler und Studenten — die üblichen Pendler eben.

Schon am ersten Halt ist der Zug voll.

Seit dem Morgengrauen haben sie an den Gleisen im Vorort Cowdray Park auf den einzigen Pendlerzug gewartet, der sie in die nächste Stadt bringt

Ohne Bahnsteig geht es auch.
Park and Ride. Mancher kommt mit dem Fahrrad.
Einer der Ersten - noch ist der Zug weit weg.
Lichtblick - der Zug kommt.
Auch hier gilt: Beförderung nur mit gültigem Fahrschein.

Dort , wo sie leben, gibt es keinen Bahnhof, nicht mal einen Bahnsteig. Als Kartenhäuschen dient ein ausrangierter Waggon, der etwas abseits von den Gleisen steht.

Ein ausrangierter Waggon muss als Ticketschalter langen.
Schüler warten auf den Zug.
Fein sein, wenn der Unterricht beginnt. Junge Mädchen in Schuluniform kümmern sich um ihre Haare.
Hut, Shorts und Krawatte: Schuluniform ist Pflicht.

Über 20 Kilometer rumpelt der Zug durch das Buschland, hält unterwegt, nimmt neue Passagiere auf. Wenn er nach einer Stunde in Bulawayo ankommt, hat er an die 2000 Menschen eingesammelt.

Der Zug ist voll. Es geht noch voller.
Polizei bewacht einen Checkpoint am Rande der Strecke.

Die Pendler haben ihrem Zug den Kosenamen Freedom Train gegeben, weil er sie billig in die Stadt bringt und unabhängig von den ständig steigenden Spritpreisen macht. Seit wenigen Monaten erst fährt er wieder.

Der Betrieb der einst stolzen National Railways of Zimbabwe war in der miserablen Wirtschaftslage unter Robert Mugabe immer weiter zurückgefahren worden.

Pendler drängeln in den Zug....
... und suchen einen Platz.
Nicht alle haben einen gefunden.
Am Ziel. Die Stadt wird voller.
Am Bahnhof Bulawayo gibt es Fahrkartenschalter.

Vor 13 Jahren wurde die Strecke nach Bulawayo schließlich ganz eingestellt. Minibusse brachten dann die Menschen in die Stadt. Mit Blick auf preiswerte Transportmittel hat die neue Regierung jetzt 2,5 Millionen $ investiert und den Zug wieder reaktiviert. Die Fahrt kostet 50 Cent. Im Minibus muss man für die Strecke vier Mal so viel hinlegen.

National Rail of Zimbabwe - Manche Waggons fuhren schon in der Kolonialzeit, als das Land noch Rhodesien hieß.
Die Region liebt ihren Freedom Train.
Wer zu spät kommt, hat Pech. Der Zug fähr nur einmal am Tag.

 Zinyange Auntony beantwortet unsere Fragen zu seiner Arbeit.

— First of all we’d be interested to know what you experienced during the photo shoot and what made you pick that particular theme ?

I have used the train briefly before 2006 when the country was in a cash crisis so I kind of had an idea what it looks like and feels like when it was reintroduced late last year. I knew there were other stories to tell about Zimbabwe, I knowledge about how people get around everyday was equally important as the story about people protesting against the fuel price hike. The protest caught everyone’s attention, mine too, as well as the state crackdown, but nobody seemed to wonder now that fuel is so expensive how does the ordinary poor person travel? That’s why this story was important to me, it was about the everyday life that still goes on beyond the protests and terrible brutality I’d witnessed and documented.  

— When and where were you born, where have you been educated und what are stages of your professional career ?

 Born December 1984 in the mining town of Zvishavane and I did both primary and secondary education there. (Midlands Province), in 2007 I completed a National Certificate in Applied Art and Design at Masvingo Polytechnic (Masvingo Province) , 2014 I took a Photojournalism and Documentary Photography course at the Market Photo Workshop in Johannesburg South Africa.

Share

You may also like...