Matthäus lobt Hertha-Talent — Mittelstädt ist einer für Jogi

Fußball-Legende Lothar Matthäus war am Wochenende in Berlin zu Gast. Im Rahmen einer Uefa-Aktion sammelte er Fußballschuhe für das syrische Flüchtlingslager Zaatari in Jordanien. Der Weltmeister von 1990 nahm sich die Zeit, um mit BILD über Hertha, Pal Dardai und Berliner Stadionpläne zu sprechen.

BILD: Sie arbeiten seit Jahren als Sky-Experte. Freut man sich, wenn man Spiele von Hertha zu bewerten hat?

Matthäus: „Es macht heute mehr Spaß, als vor ein paar Jahren. Unter Pal Dardai wird das Spiel von Jahr zu Jahr moderner.“

BILD-Reporter Marcel Braune (l.) im Gespräch mit Fußball-Weltmeister und Bayern-Legende Lothar MatthäusFoto: Marcel Braune

BILD: Wohin geht die Entwicklung von Hertha?

Matthäus: „Wenn sie es schaffen die Mannschaft zusammen zu halten, haben sie das Potential dauerhaft in der Europa League vertreten zu sein. In der Champions League sehe ich sie derzeit nicht.“

BILD: Hertha befindet sich erneut im Liga-Mittelfeld. Stagniert die Entwicklung eventuell sogar?

Matthäus: „Nein. Man muss sich die Wirtschaftskraft anderer Vereine anschauen. Sie lassen ja bereits Teams mit größeren Möglichkeiten hinter sich. Stagnation ist der falsche Begriff. Die Entwicklungsschritte werden vielleicht etwas kleiner. Oben wird die Luft nun mal dünner.“

Für einen wohltätigen Zweck leitete er ein Kindertraining beim Berliner Klub SV Schmöckwitz-EichwaldeFoto: Christoph Soeder / dpa

BILD: Pal Dardai ist nach Freiburgs Christian Streich der dienstälteste Bundesliga-Trainer. Hätten Sie das erwartet?

Matthäus: „Ich habe Pal Dardai bei der ungarischen Nationalmannschaft trainiert. Man hat damals gemerkt, dass er über den Tellerrand geblickt hat und auch Trainingsübungen hinterfragt hat. Ich wusste, dass er ein guter Trainer wird.“

BILD: Wie ist Ihr Verhältnis heute zu Pal Dardai?

Matthäus: „Wir telefonieren regelmäßig, unterhalten uns neben Fußball auch über ungarischen Wein oder Zigarren. Er gibt mir sehr detaillierte Einblicke in seine Arbeit und kann mir gleichzeitig vertrauen, dass nichts an die Öffentlichkeit gerät, was er auch nicht möchte.“

BILD: Könnte Dardai einen anderen Verein neben Hertha trainieren?

Matthäus: „Ich kann mir ihn optisch nicht bei keinem anderen Verein vorstellen. Qualitativ könnte er es.“

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BILD: Würden Sie Pal Dardai bei Hertha als Trainer beerben?

Matthäus: „Ich bin aus diesem Geschäft endgültig raus. Ich sehe ja , was das für ein Stress heute ist.Ich bin froh, den Absprung geschafft zu haben. (lacht)“

BILD: Sie haben kürzlich Davie Selke als möglichen Nationalspieler ins Spiel gebracht. Was fehlt ihm noch?

Matthäus: „Er braucht eine lange verletzungsfreie Phase. Mit seiner Schnelligkeit, Körpergröße und Technik hätte Jogi Löw eine tolle Alternative zu Leroy Sané oder Timo Werner. Erstmal muss er fit bleiben. Alles andere kommt von allein.“

BILD: Niklas Stark wurde bereits nominiert. Wer ist aus ihrer Sicht noch ein Kandidat für Löw?

Matthäus: „Maximilian Mittelstädt macht auf mich einen sehr guten Eindruck. Mit Marvin Plattenhardt hat er einen ehemaligen Nationalspieler verdrängt. Seine Position ist mit Nico Schulz derzeit zwar gut besetzt, aber wenn seine Entwicklung so weitergeht, kann er ein Kandidat für Jogi werden.“

Maximilain Mittelstädt stoppt Bayern Franck Ribery (r.). Das Hertha-Talent ist aktuell U21-NationalspielerFoto: Witters

BILD: Vedad Ibisevic wurde für drei Spiele gesperrt. Ist das gerecht?

Matthäus: „Für mich ist die Strafe zu hart. Er hatte Pech, dass der Ball Bürki auf den Kopf fällt. Eine Sperre muss es dafür geben, aber drei Spiele sind zu viel. Wenn er das gewollt hätte, müsste er Handballspieler werden.“

BILD: Die Stadionpläne von Hertha stagnieren, weil sich Verein und Senat nicht einigen können. Wie wichtig ist ein neues Stadion für Hertha?

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Matthäus: „Der Verein braucht ein zeitgemäßes Stadion. Das sollte auch im Interesse der Politik sein. Mit besserer Atmosphäre kann großer Erfolg wachsen. Davon würde ja auch die Stadt profitieren. Das Olympiastadion ist für Hertha zu groß.“

BILD: Können Sie die Bedenken des Berliner Senats verstehen?

Matthäus: „Man muss immer beide Seiten betrachten. Aber natürlich habe ich die sportliche Perspektive. Aus der Sicht ist eine moderne Arena, bei der die Zuschauer den Atem der Spieler spüren können absolut notwendig.“

Источник: Bild.de

Источник: Corruptioner.life

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