Eltern berichten über ihre Erfahrungen mit Feriencamps

Mitreißendes MeckPomm

Zwölf Tage sind lang. Zu lang, fand jedenfalls unser Sohn noch mit neun Jahren, als seine Freunde auf das Sommerferienlager der Jugendnaturschutzakademie Brückentin in die mecklenburgische Pampa fuhren, während wir mit Omas und Homeoffice die ewige Ferienbetreuungslücke flicken mussten. Ein Jahr später, als wir den Zehnjährigen dann vom Bus abholten, zerzaust, erschöpft, braungebrannt, sagte er, es habe sich angefühlt wie vier Tage. Dann zog er stolz die selbstgekochte Brombeermarmelade aus dem Koffer und erzählte kichernd, seine Kumpel und er hätten einen Vormittag beim Angebot „Wellness“ Gurkenmasken ausprobiert.

Von Hortfreizeiten weiß ich, dass ein Haufen Kinder und ein See selbst bei Superwetter kein Garant für glückliche Kinderferien sind. Freizeitangebote wie T-Shirt-Batiken und Töpfern werden auch anderswo gemacht. Dem Geheimnis des gelungenen Camps kam ich erst auf die Schliche, als mit der Post eine DVD eintraf: eine Filmdokumentation der Dinge, von denen unser Sohn erzählt hatte – „Alien-Projekt“ und „Shopping-Queen“ zum Beispiel. Ich sah jetzt, wie die Kinder über Tage hinweg „Raumschiffe“ in der Natur gebaut hatten; die Persiflage auf fragwürdige Fernsehsendungen entpuppte sich als sehr witzige Verkleidungsmodenschau.

Die Begeisterung der Kinder galt aber nicht den originellen Ideen an sich. Mit beeindruckendem Aufwand hatten die Betreuer irrwitzige Kostüme und Requisiten gebastelt und sich selbst hingebungsvoll zum Affen gemacht. Selbst der Schüchternste, den jedes Mitmachen überfordert hätte, hatte vermutlich Spaß. Keine Ahnung, wie man diese Art der Pädagogik nennt. Einfach mitreißend, würde ich sagen.

— Julia Schaaf

Sport und Pommes

Die Worte „Kids“ und „Camp“ bedeuten in München in der Regel zwei Dinge: Chicken Wings und 280 Euro (Geschwisterrabatt 5 Prozent!). Aber in den Sommerferien nimmt man alles, um sechs Wochen betreuungsfreie Zeit zu überbrücken. Also auch zweimal das fünftägige „Kids-Sportscamp“ für Sechs- bis Zehnjährige, angeboten vom Sportverein eines großen Unternehmens. Hinbringen um 9.30 Uhr, Turnschuhe an, Bälle durch den Fähnchen-Parcours bugsieren, ein paar Mal über Kästen klettern, Chicken Wings und Pommes, ein bisschen Nachlaufen, So-jetzt-räumen-wir-alle-die-Bälle-wieder-weg, Turnschuhe aus, abholen um 14.30 Uhr. Die Pommes waren super.

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