Dresden-Krimi „Das Nest“ — 5 Gründe, warum das der geilste „Tatort“ des Jahres war

Grusel-Thriller am Krimi-Sonntag – und was für einer!

9,67 Millionen sahen den Dresden-Tatort „Das Nest“. Im Netz überschlagen sich die positiven Kritiken. Auf mehreren Seiten (u.a. Tatort-Blog) schaffte es der Fall in den Beliebtheits-Charts weit nach oben. Doch was machte ihn so besonders?

Eine Grusel-Szene: Dieser „Tatort“ hatte was von Hitchcocks „Psycho“Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Daniela Incor

Fünf Punkte, warum „Das Nest“ so gut ankam

● Selten hat ein Neu-Team so gut trotz aller Unterschiede der Rollen funktioniert. Karin Hanczewski (37) als alleinerziehende Mutter „Karin Gorniak“ wurde gleich zu Beginn – auch Tatort untypisch – niedergestochen. Neben der toughen Ermittlerin schafft Jung-Kommissarin „Leonie Winkler“ (Cornelia Gröschel, 31) gleich den Sprung ins kalte Wasser. Getrieben von ihrem Polizisten-Vater schafft sie es schnell, sich zu emanzipieren.

Im Finale mussten die beiden gleich eine harte Bewährungsprobe überstehen, nachdem sie den Killer erledigt hatten und sich in Widersprüche verstricken. Ein Geheimnis, was sie künftig gemeinsam begleiten wird.

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Die Spannung war wichtiger als der Realismus, der den deutschen Krimi immer öfter anstrengend macht. Und gerade auch den Tatort: Die belehrenden Botschaften der Autoren, die versuchen, gesellschaftskritische Aspekte zur besten Sendezeit zu verkaufen.

Halten wir fest: Ein Film ist ein Film, ist Unterhaltung. Und dabei tut gut, dass es auch mal mysteriös bleiben kann. Wie zum Beispiel am Ende: als Kommissarin Gorniak fast ausgeblutet doch wieder topfit auf den Mörder losgeht.

Außerdem schaffen die Macher ein besonderes Gefühl für die Zuschauer, in dem sie ihnen wesentlich mehr zeigen, als die „guten“ Protagonisten wissen. Man möchte vor dem Fernseher am liebsten rufen: „Da geht‘s lang.“ Auch die düstere Atmosphäre und Kameraführung spielte dabei eine große Rolle.

Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) geht der neuen Spur mithilfe des Gerichtsmediziners Lammert (Peter Trabner) nachFoto: MDR/Wiedemann&Berg/Daniela Incor

● Der Mut der Macher. Mit dem Einsatz von Regisseur Axel Eslam (36) und Drehbuchautor Erol Yesilkaya (42) haben der MDR und die Produzenten Wiedemann & Berg zwei frische Ideengeber als Duo in der fast 50 Jahre alte Krimi-Reihe einfach machen lassen. Eslam hat bislang kaum Großprojekte in seiner Vita stehen. Yesilkaya gilt als eine der neuen Wunderwaffen beim Tatort.

In den letzten fünf Jahren hat der Horror-Film-Fan zehn Tatorte geschrieben. Darunter hochgelobte Fälle wie „Hinter dem Spiegel“ (Frankfurt) oder den mit dem Grimme-Preis (2019) ausgezeichneten Fall „Meta“ (Berlin). Viele davon hat er mit seinem Freund, dem Regisseur Sebastian Marka (40), umgesetzt. Ein ganz starkes Team.

Der Bösewicht. Als undurchsichtigen Tatort-Liebhaber von Maria Furtwängler (52) haben wir Benjamin Sadler (47) bereits mehrfach im Tatort-Universum gesehen. In seiner Rolle als geborener Mörder „Dr. Mertens“ zeigte er eindrucksvoll, wie das Böse hinter jeder Haustür lauern kann. Nach Lars Eidinger (43) in Kiel und Ullrich Matthes (59) in Wiesbaden lieferte Sadler einen der stärksten Bösewicht-Auftritte der letzten Jahre.

Maja Peters (Judith Neumann) versteckt sich im OP-Saal vor dem SerienkillerFoto: MDR/Wiedemann&Berg

● Besonders Denken. Opfer werden erschossen, erdrosselt, erstochen, überfahren und und und … Alles schon so oft da gewesen. Es muss nach mehr als tausend Folgen Tatort schon etwas besonderes sein, wenn jemand um die Ecke gebracht wird.

Dazu kommt die Art der Erzählung. Bei den klassischen Krimis rennen die Ermittler 85 Minuten dem Täter hinterher und überführen ihn am Ende. In „Das Nest“ entstand die Spannung auch deshalb, weil es eine Mischung war aus dem klassischen „Wer war es?“ und der Jagd nach einem Mörder mit der Frage „Warum?“.

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Источник: Bild.de

Источник: Corruptioner.life

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