74 Jahre nach 2. Weltkrieg — Hier suchen US-Soldaten ihren toten Kameraden

Münster – Mit Schaufeln graben sich die US-Amerikaner vorsichtig ins Erdreich vor. Zentimeter um Zentimeter des Feldes tragen sie ab, füllen die Erde in Eimer. Die Frauen und Männer gehören U.S. Army, Air Force und Navy an. Sie suchen im Auftrag des Pentagon ihren verschollenen Kameraden.

Sie wollen keinen Kameraden zurücklassen: Mehr als 20 Amerikaner graben einen Acker in Münster um. Ein Bauer hatte hier im Jahr 1945 den Flugzeugabsturz beobachtetFoto: marc vollmannshauser

Theresa Blackmon (36) aus dem Team erzählt: „Wir sind eine Gruppe von 24 Soldaten, aus allen Bereichen des Militärs, werden nun vier Wochen hier arbeiten.“ Die Amerikanerin, die in Heidelberg aufwuchs, weiter: „Vor zwei Jahren hatte ein historisches Team identifizieren können, dass die Maschine genau hier abstürzte. Wir sind nun dafür zuständig, die Überreste des Kameraden zu finden.“

Der Name des Soldaten: geheim! Um Angehörigen keine falschen Hoffnungen zu machen.

Auch Interessant

Theresa Blackmon (35) von der U.S. Army gräbt nach den sterblichen ÜberrestenFoto: marc vollmannshauser

Das Prozedere: Blackmon und ihre Kollegen heben vier mal vier Meter große Parzellen aus, tragen die ersten 20 Zentimeter mit Eimern ab, schieben den Inhalt durch Siebe. Die unteren Schichten werden mit Wasserdruck ausgespült: Je dichter die Funde sind, also je mehr Metall, Knochensplitter oder Überreste der Ausrüstungen in der Erde sind, desto tiefer wird gegraben.

Captain Orlando Peña (35) hat das Kommando: „Wir werden die potenziellen Knochenreste in einem Labor auf Hawaii untersuchen lassen. Wenn es ein Treffer ist, können wir den Angehörigen Gewissheit geben. Dann wird es endlich eine würdige Bestattung geben.“

Ein Mitglied der „Lifeguards“ von Hawaii begutachtet die FundstückeFoto: marc vollmannshauser

Warum suchen die US-Streitkräfte auch nach mehr als 70 Jahren nach Gefallenen?

Peña zu BILD: „Unsere Organisation hat den Familien und der amerikanischen Nation versprochen, dass wir keinen Kameraden zurücklassen.“

Spurensuche mit Hochdruck: Auf Waschbrettern wird die Erde von Fundstücken abgespültFoto: marc vollmannshauser

Operation Plunder: Als die Alliierten den Rhein überquerten

Operation Plunder hieß die Offensive der aliierten Streitkräfte, bei der sie 1945 den Rhein überquerten. Der Vorstoß der Bodentruppen wurde durch zahlreiche Luftangriffe unterstützt.
Zwischen September 1944 und März 1945 gab es 46 Fliegerangriffe alleine auf Münster, darunter den der abgeschossenen B-24-Maschine, nach deren Co-Pilot jetzt gesucht wird.

Ein B-24-Bomber im Einsatz 1944Foto: U.S Air Force

Archäologe Clive Vella (36) zu BILD: „In einem Radius von 25 Kilometern über Münster gab es 66 Flugzeuge, die abstürzten oder hier zuletzt gesehen wurden.“

Источник: Bild.de

Источник: Corruptioner.life

Share

You may also like...